Summer Dreaming
Managergehälter

Nach viereinhalb nicht enden wollenden Tagen und zwei unglaublich anstrengenden Wochen fordere ich nun Unternehmen auf, mehr Verantwortung für ihre Mitarbeiter zu übernehmen – und ihren Managern noch mehr Gehalt zu zahlen. An keinem Abend in den letzten zwei Wochen war ich vor 21h zu Hause und sitze nun todmüde im Nachtzug von München zurück ins schöne Preußen, wie ich gelernt habe. Ich dachte immer, ich würde eines Tages eine Topmanagerin mit unglaublichem Organisationstalent und Ausdauer sein, nun stellt sich heraus: Nach zwei Wochen harter Arbeit bin ich dem Burnout nahe. Dass Managaer in Deutschland einen noch härteren Job haben mit noch mehr Verantwortung, als ich für einen kleinen Bus mit fünf Insassen, kann meiner Meinung nach gern mit extrem hohen Gehältern honoriert werden. Nicht mit einem Praktikantengehalt von 300 Euro im Monat.

 

Trotz Unterbezahlung: die letzten 14 Tage haben jeden langweiligen Tag meiner bisherigen Praktika wieder gut gemacht. Ich habe tausend neue Dinge gelernt, viele Menschen getroffen und unendlich viel Spaß gehabt, beim Organisieren, Koordinieren und Socialisen.

 

Inzwischen frage ich mich, ob Berlin mein Leben nachhaltig verändern wird. Nicht, weil es Berlin ist, sondern, weil ich merke, dass ich meine Zeit ganz anders nutze als zuvor – und genieße. Die letzten Tage, die ich zusammen mit meinen drei lieben Indern und den zwei verrückten Engländerinnen verbracht habe, waren wunderbar und alles neu – mein Motto für das letzte Viertel von 2009. Nach vielen Tagen und vielen Stunden wirklich harter Arbeit vergesse ich endlich, dass ich eigentlich unintressant bin und nichts zu bieten habe und ziehe stattdessen in etwa 8 Stunden triumphierend in Berlin ein, feier mich selbst und finde mich ausnahmsweise einfach großartig.

1.11.09 00:12


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Von Berlin nach Bhopal

Mein erster Eintrag aus Berlin ist ein Eintrag über die Stadt Bhopal.

Bhopal ist eine Stadt irgendwo in Indien, die ich bis vor etwa 10 Tagen vollkommen ignoriert habe. Vor etwa 25 Jahren ereignete sich in Bhopal das schrecklichste und dramatischste Chemieunglück aller Zeiten: Eine Chemiefabrik des zweitgrößten Chemiekonzerns der Welt - die deutsche BASF liegt um Längen vorn - schleuderte Tonnen von Giftgasen in die Luft. Tausende von Menschen starben sofort, viele Bhopalis leiden noch heute an Langzeitschäden.

In Zusammenarbeit mit Amnesty International tourt ein Infobus mit drei Indern und zwei Engländerinnen durch Europa. Ihre erste und längste Station ist Deutschland, das Land der gut organisierten und diszipliniertesten Europäer. Dachten die fünf. Und wurden bitter enttäuscht. So enttäuscht, dass sie das International Secretariat von Amnesty International alarmieren mussten, von denen Amnesty Deutschland den Auftrag bekam, einen Sonderposten für die fast verloren geglaubte Bustour zu schaffen.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Bin ich gern. Geplagt erzählte mir meine Cheffin von der Bhopal-Bus-Tour und ich musste nur sagen "ich würde das total gern machen" und hatte den Job.

Nachdem ich die letzten fünf Tage fast rund um die Uhr in Bereitschaft war, Autohöfe auf der A2 rauszusuchen, Jugendherbergen zu buchen, mit Amnesty Mitgliedern zu telefonieren, Standgenehmigungen einzuholen, Abendessen zu bestellen und Veranstaltungsräume zu dekorieren, darf ich nun ab morgen selbst nach Bhopal. Zumindest gefühlt.

Ab morgen begleite ich den Bhopal Bus auf dem Rest seines Weges durch das schöne Deutschland mit Stopps in Städten, in die ich schon immer reisen wollte. Jena zum Beispiel. 

Mein erster Blogeintrag aus Berlin beginnt also mit einer Reise nach Indien,  wenn sie auch am Sonntag in München wieder endet. 

Mehr von der Bus Tour könnt ihr unter http://bhopalbus.com/ lesen und natürlich auf meinem wunderbaren Blog.

27.10.09 18:02



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